March Against Monsanto: Weltweiter Aktionstag und Demo für freies Saatgut am 25. Mai in Berlin

Es wird viel demonstriert in der deutschen Hauptstadt, aber selten für etwas, das uns alle angeht: Wer der weltweiten “March Against Monsanto”-Demo am kommenden Samstag, dem 25. Mai 2013, fernbleibt, willigt schweigend ein, dass der europäische Saatgutmarkt sehr bald von wenigen Monopolisten wie Monsanto, Syngenta und DuPont dominiert wird, dass die Sortenvielfalt dadurch weiter abnimmt und wir letztendlich qualitativ minderwertige Nahrungsmittel essen müssen.

Warum? Weil die Europäische Kommission vor Kurzem einen Vorschlag für eine Erneuerung der EU-Saatgut-Richtlinien¹ eingereicht hat, der, wenn er vom EU-Parlament und den EU-Staaten akzeptiert wird, den Handel mit regionalen Sorten und Bio-Saatgut kompliziert und unrentabel macht, was schwerwiegende Folgen für unsere Ernährung und somit auch Gesundheit haben dürfte.

Durch die vorgeschlagene Registrierungspflicht von Saatgutproduzenten sowie den Sorten, die diese auf dem Markt anbieten, würde die Verbreitung der Samen von Großkonzernen begünstigt werden, weil bäuerlich produziertes Saatgut im Gegensatz zu industriell hergestelltem Hochleistungssaatgut eben oft nicht “sortenrein” ist. Außerdem sollen nach dem aktuellen Gesetzgebungsvorschlag Pflanzensorten in Zukunft patentiert werden können, was es Monsanto & Co. erlauben würde, jeden EU-Bürger, der zuvor patentierte Samen verwendet und die daraus gewonnenen Samen weiterverkauft, zu verklagen. In den USA ist dies schon seit Jahren Usus: Laut einer Statistik des us-amerikanischen Center for Food Safety² hat Monsanto bis Ende November letzten Jahres allein 142 Prozesse gegen Landwirte, u.a. wegen angeblicher Patentverletzungen, geführt. Aus einem Bericht der Schweizer Bio Plus AG³ aus dem Jahr 2012 geht indessen hervor, dass im Jahr 2010 ganze 44% aller Anträge zur Patentierung pflanzlicher Genome von DuPont eingereicht wurden und dass Monsanto sowie Syngenta insgesamt über die Hälfte (Monsanto: 36%, Syngenta: 26%) aller beim Gemeinschaftlichen EU-Sortenamt CPVO hinterlegten Tomatensorten sowie fast drei Viertel aller Blumenkohlsorten (Monsanto: 49%, Syngenta: 22%) haben schützen lassen.

Wer gegen Einheitsbrei auf dem Teller ist und die Möglichkeit der Patentierung von alltäglichen Gemüsesorten wie Tomaten und Blumenkohl durch Großkonzerne à la Monsanto verhindern möchte, sollte diesen Samstag um 14 Uhr an der Demonstration gegen den weltweit größten Saatgut-Großkonzern und seine Bestrebungen, die EU-Gesetze zu seinem Vorteil und unserem Nachteil zu verändern, teilnehmen. Treffpunkt ist der Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz gegenüber vom Roten Rathaus. Von dort führt die Demo Unter den Linden entlang bis zum Kanzleramt.

Quellen:
1) http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2013:0262:FIN:DE:PDF
2) http://www.centerforfoodsafety.org/files/monsanto-v-us-farmer-2012-update-final_98931.pdf
3) http://www.evb.ch/cm_data/Saatgutmarkt_Juni_2012.pdf

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